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Hier will ich mal einige aufgetretene Schäden zusammenfassen, besonders die Großen, Teuren und Ungewöhnlichen.
Kleinkram und alltägliches, sowas wie gebrochene Tachowellen, Reifenschäden, zerstürzte Hebel, usw. kommt hier natürlich nicht hin.
Das Lenkkopflager ist zwar auch mehr oder weniger ein Standardverschleißteil, das meinige
hatte allerdings schon nach 25000km eine Raststelle. Meiner Meinung nach viel zu früh.
Beim Ausbau zeigte sich dann das Desaster, die Lagerschalen und die Kugeln waren stark angegriffen,
zum Teil gerostet, zum Teil sonstwie angefressen, kein schönes Bild. Anscheinend war Wasser
eingedrungen, entweder zu wenig Fett oder der Vorbesitzer hat sorglos mit dem Hochdruckreiniger
draufgehalten.
Auf jeden Fall mußte das Lager gewechselt werden, was sich mit Heimmitteln nicht so einfach
bewerkstelligen läßt, da die Lagerschalen nur minimal überstehen. Nicht genug, um
irgendwas ordentlich anzusetzen.
Die Lösung für dieses Problem ist ein handelsüblicher Innenauszieher, mit dem die
Lagerschalen dann recht einfach rauskamen, auch wenn ich den Fehler beging, einen zu kleinen
Auszieher zu besorgen, der gerade noch so paßte, sich beim Ausziehen aber weiter spreizte,
anstatt die Schale anzuheben. Es ging zwar, aber man sollte doch besser den größten
passenden Auszieher nehmen.
So ein Innenauszieher ist nicht überall zu bekommen, man muß u.U. mehrere
Werkzeugläden abklappern, und er kostet immerhin ab DM 60,- aufwärts, aber es lohnt sich
auf jeden Fall.
An sich ist die Bremsscheibe auch ein Verschleißteil, daß meine aber schon nach 41000km
0,5mm unter der Verschleißgrenze lag, ist für meine Begriffe ebenfalls nicht so ganz normal.
Der Wechsel geht allerdings schnell und eine kurze Bewertung habe ich ja schon bei den
Tips stehen.
Nach 44000km dann der erste große Schaden. Ventiltickern ohne Ende, das Ventilspiel des linken Auslaßventils liegt bei mehr als einem mm. Die erste Vermutung, daß ich beim Einstellen eine Kontermutter nicht richtig angezogen habe, verfliegt als das Spiel nach etwa 100km schon wieder mehr als einen mm beträgt.
Nach Demontage des Zylinderkopfdeckels zeigt sich ein grauenhaftes Bild.
Kipphebel und Nockenwelle haben sich gegenseitig aufgerieben, aber nicht nur am linken
Auslaßventil, sondern an allen vier Ventilen. Überall findet sich der Abrieb, das
Öl ist ziemlich dunkel verfärbt und das linke Nockenwellenlager völlig mit
unidentifizierbaren Ablagerungen überzogen.
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Weitere "Nachforschungen" ergeben, daß das kein Einzelfall ist, der Schaden tritt relativ häufig auf, und es ist auch bei mir das zweite Mal, den gleichen Schaden hatte ich schon bei einer XL600R.
Mit gebrauchter Nockenwelle, neuen Kipphebeln und Nockenwellenlagern, sowie einer teilweise reparierten Ölpumpe, die bei dem Desaster auch etwas abbekommen hat, ist der Schaden zwar relativ schnell und mit ca. DM 500,- relativ billig behoben, aber Zweifel und Skepsis wegen der unbekannten Ursache fahren bei mir seitdem immer mit und ich hab schon bei leichtem Tickern den erneuten Schaden vor meinem geistigen Auge.
Die Mechanik, die den Schieber auf den ersten paar Gasgriffgraden ein paar Milimeter anhebt, hat an
der Welle ein Distanzstück aus Blech angenietet. Dieses Distanzstück ist schlauerweise so
ausgeschnitten, daß es einen völlig unnötigen Schlitz besitzt, der dafür gesorgt
hat, daß die ca. 1,5mm dünne Anschlagnase abgebrochen ist. Dadurch wurde der Schieber auf
den ersten Milimetern erst nicht mehr ganz angehoben, später dann gar nicht mehr.
Auf der Suche nach dem Fehler, nachdem der Motor nicht mehr richtig hochdrehen wollte, bin ich darauf
gestoßen, ich bin mir aber nicht sicher, ob das auch die Ursache für die Probleme war, da
mir zu dem Zeitpunkt noch einige andere Kleinigkeiten aufgefallen sind.
Da das Anschlagblech dummerweise auf der Welle vernietet ist und ich nicht die ganze Welle austauschen
wollte, so es die überhaupt einzeln gibt, hab ich den Weg zwischen Hebel und Anschlagblech nun
mit einem Kabelbinder überbrückt. Der Kopf eines kleinen Kabelbinders paßt genau rein
und wird zwischen Hebel und Anschlag auch genau an seiner Position gehalten. Das Plastik des
Kabelbinders hält es auch aus, da dort kaum Kraft übertragen wird.
Und Provisorien halten ja sowieso am längsten ;-)

Das kleine Mistding ist mir irgendwann mal im Betrieb rausgefallen, zum Glück aber auf dem
Motorblock liegengeblieben.
Die Feder, der O-Ring und die Unterlegscheibe haben sich allerdings verabschiedet. Ich hab dann
kurzerhand eine Kugelschreiberfeder mißbraucht (die haben den passenden Durchmesser), einen
normalen O-Ring aus einem Sortiment und eine Unterlegscheibe aus einer zerlegten Popniete gemacht,
so daß das jetzt wieder seinen Dienst tut.
Damit die Schraube aber definitiv nicht wieder abhauen kann, habe ich sie mit Draht gesichert.
Ein entsprechend gebogener Splint der von einer Schraube gehalten wird, die in eines der beiden
Leergewinde neben der Einstellschraube geschraubt wird, versperrt der Schraube jetzt den Weg nach
unten.
Auch sowas, was nur teilweise hierher gehört, da fast alltäglich, aber Plastikteile und
Tank haben bei mir stark gelitten, besonders unter den Geländeeinsätzen.
Der Tank ist leider aus Stahl und verformt sich daher bei Stürzen dauerhaft, und der Lack
splittert natürlich ab.
Die Plastikteile sind leider aus sehr hartem und sprödem Kunststoff und brechen sehr schnell, anstatt nachzugeben. Sie brechen leider auch scharfkantig, daher runde ich die abgesplitterten Enden normalerweise noch mit einer Fräse ab. Die Plastikteile sind außerdem nicht durchgefärbt, sondern lackiert, so daß an den Bruchstellen und ab mittelmäßigen Kratzern der weiße Kunststoff hervorschaut, was natürlich recht auffällig ist.
Allerdings sind das nur optische Mängel, die die Funktion nicht weiter beeinträchtigen.
Genau genommen belaufen sich die Kosten von diversen Stürzen bisher auf ziemlich genau ein paar
Tropfen Kleber und ein paar kleine Kabelbinder.
Nachdem mir bei einer ordentlichen Brezn das vordere Schutzblech gerissen ist...
...hab ich es kurzerhand zusammengeklebt und entlang des Risses noch ein paar Löcher gebohrt, um den Riß mit Kabelbindern zusammenzuhalten:
Sieht zwar nicht so toll aus, ist aber, da es eh zwischen den Gabelholmen ist, nicht ganz so auffällig und funktioniert wunderbar.
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